14.+15. MÄRZ 2020
ÖKOFILMTOUR


2020 macht das Festival des Umwelt- und Naturfilms zum 15. Mal im Biesenthaler Kulturbahnhof halt. Die Ökofilmtour zeigt engagierte Filme zu Natur- & Umweltthemen. Nach den Vorführungen kommen die Besucher mit Experten ins Gespräch.

 

SAMSTAG, 14. MÄRZ • 19:00 UHR

Gegen den Strom (Spielfilm, 2018) - 101 Min.

Eine politisch scharfzüngige Komödie über eine Umweltaktivistin auf Island, die ihre heimatliche Natur vor der zerstörerischen Aluminiumindustrie bewahren möchte. Ungewöhnliche Inszenierung mit der wunderbaren Hauptdarstellerin Halldóra Geirharðsdóttir.
Trailer: https://www.pandorafilm.de/filme/gegen-den-strom.html


SONNTAG, 15. März • ab 15:00 UHR
TAG DES NATURFILMS

15:00 die Wiese – das Paradies nebenan (Kino-Dokumentarfilm, 2019) - 90 Min.
Jeder kennt sie, jeder liebt sie: die Blumenwiese. Ein Meer aus leuchtenden Farben und filigranen Formen, dem tropischen Korallenriff durchaus ebenbürtig. Ein Paradies für unzählige Tiere. Manche leben unterirdisch, andere im Dickicht der Halme und einige in der bunten „Wipfelregion“. Eine spannende Zeitreise voller überraschender Geschichten zeigt die Wiese von ihrer Entstehung nach der Eiszeit bis in die Gegenwart mit Spezialkameras und Computeranimationen. Eine Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist. Eine Welt, die wir aus Kindertagen, aus Filmen und Büchern kennen. Eine Welt, die nicht mehr in unsere moderne Zeit passt. Kein anderer heimischer Lebensraum ist dem völligen Verschwinden so nahe, wie die Blumenwiese. 98% des extensiven Grünlandes ist in den letzten Jahrzehnten verschwunden; durch Umwandlung in Ackerland, durch Düngung mit Gülle und Kunstdünger und durch kurze Mähintervalle. Nichts davon geschah durch bösen Willen. Die staatlich subventionierte Agro-Industrie entwickelte im 20. Jahrhundert immer neue Technologien und Geräte, mit denen selbst Feuchtwiesen und Trockenrasen in profitables Wirtschafts-Grünland verwandelt werden konnten. Dem einzelnen Landwirt, oft am Existenzminimum wirtschaftend, kann kein Vorwurf gemacht werden. Empfehlungen und Vorgaben der Agrarkonzerne, gepaart mit einer verfehlten Landwirtschaftspolitik, haben den vielleicht buntesten und reichhaltigsten Lebensraum unserer Heimat an den Rand der Ausrottung gedrängt. Finanziert mit Steuergeldern, denn die Arbeit eines jeden Bauer in der EU wird subventioniert, ohne dass dafür eine Gegenleistung für die Gesellschaft erbracht werden muss. Nach wie vor werden die artenreichen Wiesen weniger. Dabei wäre die Lösung für das Problem ganz einfach…
Schulmaterial, Infos und Trailer: https://www.diewiese-derfilm.de/

16:30 Wilde Nächte – wenn die Tiere erwachen (Doku, 2018) - 44 Min.
Wenn wir schlafen gehen, kommen sie zum Vorschein: Die Nachtigall singt ihr Lied, Glühwürmchen gehen leuchtend auf Brautschau, Steinmarder, Dachs und Waschbär kriechen aus ihren Verstecken. Viele Tiere leben ganz in unserer Nähe und doch verborgen. Nur Spuren verraten Siebenschläfer, die unsere Vorräte anfressen, Marder, die an Autokabeln knabbern oder Füchse, die auf Hühnerhöfen ihr Unwesen treiben. Das künstliche Licht, das unsere Nächte erhellt, brauchen sie alle nicht. Es bedroht sie eher.

Informationen, Bilder: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/erlebniserde/sendung/wilde-naechte-wenn-die-tiere-erwachen-106.html

18:00 Das Oderdelta – Grenzenlose Wildnis an der Ostsee (Doku, 2019) - 45 Min.
Das Oder-Delta ist eine der aufregendsten Naturlandschaften im nördlichen Mitteleuropa. Hinter den weißen Ostseestränden, zwischen Deutschland und Polen, liegt die grenzenlose Wildnis, in der sich die Natur frei entfalten kann. So finden hier die unterschiedlichsten Tierarten ihren Platz wie die wilden Konik-Pferde die Seeadler Biber oder Wolfsrudel auf beiden Seiten. Doch nicht jeder ist von der Rückkehr des Wolfes begeistert. Ähnlich steht es um die einst ausgerotteten Wisente: Während sie von der polnischen Bevölkerung behütet werden wie ein Schatz, fühlt man sich auf deutscher Seite oftmals von den Tieren bedroht.
https://www.mdr.de/video/mdr-videos/b/video-355804.html

SAMSTAG, 28. MÄRZ • 19:00 UHR

Gundermann Revier (Doku), 97 Min.
Gerhard Gundermann war Baggerfahrer, Rockpoet und die "Stimme des Ostens" - Ein außergewöhnlicher Mensch mit einer außerordentlichen Biografie voller Ecken und Kanten, für die das Lausitzer Revier und die einstige "sozialistische Wohnstadt" Hoyerswerda den Hintergrund bilden.

Der Film macht sich auf die Suche nach dem, was dieses Leben ausmachte, bevor es 1998 so plötzlich erlosch. Eine Lehrerin, seine ersten Wegbegleiter aus der Brigade Feuerstein, sein Tontechniker und enge Mitarbeiter erinnern sich. Aber auch die Silly-Musiker Uwe Hassbecker und Ritchie Barton, Andy Wieczorek von der Band "Seilschaft" und Conny Gundermann, seine Lebensgefährtin kommen zu Wort. Der Bürgerchor Hoyerswerda singt Gundermann-Lieder und versucht damit den Brückenschlag in die Gegenwart des Reviers, das sich gerade wieder einmal neu erfinden muss.

Wie in einem Brennspiegel bündeln sich in der Region und in Gundermanns Werk globale Fragen: nach Heimat, nach dem Ende der Arbeit, nach Utopien und individueller Verantwortung. Der Film erzählt mit Poesie und Musik, eingebettet in die Bilder einer gebrochenen Landschaft und mit vielen unbekannten Archivaufnahmen, über einen von jenen, die "die Welt nicht retten können, aber möchten / mit viel zu kurzen Messern in viel zu langen Nächten".

Mehr unter http://www.oekofilmtour.de/